Warum benötigen Reptilien UV-Strahlung?

In diesem Blog wird der Zusammenhang zwischen UV-Strahlung und Vitamin-D3-Synthese gezeigt. Auch die unterschiedlichen Arten der ultravioletten (UV) Strahlung werden erklärt.

Reptilien als wechselwarme Tiere benötigen die Sonne, um ihre Körpertemperatur zu erhöhen. Diese Temperaturerhöhung bewirkt eine höhere Aktivität – die Tiere können sich schneller bewegen und haben die Energie, um zu fressen, zu jagen und auch zu verdauen. Viele Reptilien begeben sich deshalb auf einen Sonnenplatz und die natürliche Sonne liefert dafür die Wärme. Aber zusätzlich findet durch die UV-Strahlung in den obersten Hautschichten die wichtige Vitamin-D3-Synthese statt. Vitamin-D3 ist sehr wichtig für den Knochenaufbau und verhindert Krankheiten wie Rachitis (Knochenerweichung) oder bei Schildkröten die Panzererweichung. Für diesen Prozess ist nicht nur Wärme notwendig, sondern auch UV-Strahlung. Dadurch wird – über einige Vor- und Zwischenprodukte – Vitamin D3 produziert.

Das findet in der freien Natur durch die Sonne automatisch statt. Übrigens auch bei Säugetieren und somit auch bei Menschen. Natürlich gibt es Unterschiede, je nachdem in welchen Klimazonen die Reptilien vorkommen. Angepasst an unterschiedliche Habitate - von heißen Wüstengebieten und Steppen über tropische Regenwaldgebiete bis zu mediterranen Zonen bzw. zu unseren gemäßigten Breiten. Die Sonnenstrahlung ist überall anders und die Tiere sind an ihre jeweiligen Biotope angepasst. Nicht nur die Wärmeleistung der Sonne ist – je nach Breitengrad – unterschiedlich, sondern auch die UV-Strahlung.

Dabei muss man die unterschiedlichen UV-Strahlungen unterscheiden. Wichtig für die Vitamin-D3-Synthese ist die UVB-Strahlung. UVB wird aber von der Atmosphäre zu 90% ausgefiltert. Somit kommt nur ca. 10% dieser speziellen UVB-Strahlung auf der Erdoberfläche an. Wenn die Sonne aber schräg steht (im Tagesablauf früh morgens oder spät am Nachmittag oder in der kälteren Jahreszeit im Herbst und Winter) oder wenn der Einstrahlungswinkel der Sonne flacher ist (in Mitteleuropa im Vergleich zu mediterranen oder tropischen Breiten), kommt noch weniger UVB auf der Erdoberfläche an. Dies deshalb, weil die Sonnenstrahlen schräg durch die Atmosphäre einen weiteren Weg zurücklegen – der „Filter“ ist deshalb breiter, die UVB-Strahlung geringer. Andere UV-Strahlung - wie zum Beispiel UVA sind auch wichtig – allerdings für andere Zwecke als für die Vitamin-D3-Synthese. Der UVA-Anteil ist auch deshalb höher als der UVB-Anteil, weil die Atmosphäre weniger dieser langwelligeren Strahlung ausfiltert. Die gefährliche kurzwellige UVC-Strahlung kommt auf der Erdoberfläche überhaupt nicht an – sie wird zu 100% gefiltert.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Reptilien folgende UV-Strahlung benötigen:

  • UVB-Strahlung für die Vitamin-D3-Synthese (Kalziumstoffwechsel, Knochenaufbau, Verhinderung von Mangelerscheinungen wie Rachitis)
  • UVA-Strahlung für das allgemeine Wohlbefinden und visuelle Sichtbarkeit (Reptilien können auch UVA Licht sehen).

Im Terrarium muss die natürliche Sonne durch künstliche Leuchtmittel ersetzt werden. Dafür gibt es spezielle UV-Lampen für Terrarien. Diese Lampen erzeugen nicht nur sehr helles sichtbares Licht, sondern auch die wichtige UV-Strahlung (UVB für die Vitamin-D3-Synthese & UVA) sowie die notwendige Wärme. Moderne UV-Metalldampflampen haben den Vorteil alle diese 3 Faktoren zu verbinden: UV-Licht, sichtbares Licht und Wärme. Reptilien aus Wüsten- bzw. Regenwaldgebieten benötigen diese UV-Lampen besonders dringend, da in unseren gemäßigten Breiten die natürliche Sonneneinstrahlung auch im Sommer zu gering ist. Auch im mediterranen Raum ist die Einstrahlung der Sonne viel höher als bei uns in Mitteleuropa.

Welches UV-Leuchtmittel das richtige für das Tier ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Es gibt unterschiedliche Technologien für alle Ansprüche. Dazu finden Sie in meinen Blogs und in unserer Reptiles Expert Matrix nähere Informationen.

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